Molekularbiologie



Der Hybrid Capture II-Test der Firma Qiagen, 2003 zugelassen von der FDA, hat sich als Standardtest weltweit zur Detektion von Papillomvirus DNA etabliert. Er unterscheidet den Nachweis von HPV-high- und low risk-Typen und wird auch in unserem Labor seit mehr als 10 Jahren eingesetzt.

Nachdem der Kausalzusammenhang zwischen der Entwicklung eines Zervixkarzinoms und dem Übergang einer persistierenden in eine transformierende HPV-Infektion als gesichert und die Intergation der HPV-DNA in das Genom der Zelle als conditio sine qua non für die Krebs-Entstehung gilt, hat die HPV-Diagnostik deutlich an Bedeutung gewonnen.

Ihr Einsatz sollte insbesondere die Diagnostik schwierig zu beurteilender zytologischer Präparate stützen. So ist auch der Katalog der abrechnungsfähigen Leistungen durch die Krankenkassen definiert.
Aufgrund der deutlich besseren Sensitivität aber schlechteren Spezifität gegenüber der Zytologie ergänzen sich beide Methoden bei der Detektion von Zervixkarzinom-Vorstufen. Wir empfehlen deshalb auch den Einsatz der HPV-Diagnostik als Igelleistung im 5-Jahresintervall zusätzlich zur Zytologie Im Vorsorge-Screening.

Der Indikationskatalog zur HPV-Diagnostik gemäß Leitlinien der DGGG 2008 zur Prävention, Diagnostik und Therapie der HPV-Infektion bei der Diagnostik auffälliger Abstriche beinhaltet:
Pap IIw, erstmaliger Pap IIID, Pap III ohne Verdacht auf hochgradige glanduläre Läsion.
Als weitere Indikation gilt: kolposkopisch auffälliger Befund, nicht einstellbare Portio und oder nicht sondierbarer Zervikalkanal, sowie (absolut unumstritten): HPV-Test nach Sanierung ( CIN-Läsion) 6 Monate postoperativ.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in den Beiträgen “ Der Privatarzt Gynäkologie“.

Als Zusatzdiagnostik insbesondere zur Klärung der Fragestellung, in wie weit bei einer Krebsvorstufe bereits der Übergang in eine transformierende HPV-Infektion stattgefunden hat und nicht mehr mit einer Regression des Befundes zu rechnen ist, hat sich der Einsatz des Thintec Plus- Testes der Firma mTm bewährt. Der Test wird am bereits gefärbten und beurteilten Zytopräparat mittels Sonderfärbung durchgeführt und weist das bei einer fortgeschrittenen HPV-Infektion im Überschuß produzierte p16-ink 4a Protein, sowie den Proliferationsfaktor Ki 67 nach. Der Test ist nicht HPV- typenspezifisch. Die Kosten werden bei entsprechender Indikation von den Krankenkassen übernommen.
Der Aptima-Test der Firma Genprobe basiert auf dem Nachweis einer überschießenden Expression der onkogenen Proteine E6 und E7 bei ebenfalls bereits progredienter HPV-Infektion. Er ist typenspezifisch und hoch sensitiv, kann aber bisher nur als Igelleistung angeboten werden.

Neben dem eventuellen Einsatz der angeführten Biomarker verweisen wir an dieser Stelle mit Nachdruck auf die Notwendigkeit der subtilen klinischen Diagnostik bei Patientinnen mit kritischem Pap-Befund.
(siehe Dysplasie-Sprechstunde)